DER WIDERSTAND GEGEN DAS BOMBODROM – EINE CHRONOLOGIE

Die Chronik zeichnet die Geschichte des BOMBODROMs von seinen Anfängen -1948- bis in die Gegenwart. Seit 1992 ist es die Geschichte des Widerstands gegen die unsinnigen Pläne der Bundesregierung, nach dem Ende des Kalten Krieges Europas größten Luft-/Boden-Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide einrichten zu wollen.
Die Chronik der FREIen HEIDe (www.freieheide.de) informiert über die Ereignisse vor 2002 und ergänzt diese Chronologie.



1948 – 1990

Sommer 1948 In der Heidelandschaft zwischen Wittstock, Rheinsberg und Neuruppin im Norden des Landes Brandenburg legen die sowjetischen Militärbehörden die Grenzen für einen neuen Truppenübungsplatz fest. Neusiedler müssen Ackerflächen, die sie zuvor bei der Bodenreform erhalten haben, wieder zurückgeben.

Ab 1950 Mit der schrittweisen Besetzung des Geländes errichtet das sowjetische Militär einen Artillerieschieß- und Bombenabwurfplatz.

Ab 1960 Die Behörden stellen alle Pachtzahlungen für Flächen des Militärgeländes ein.

01. November 1990: Vier Jahrzehnte nach Beginn der Tiefflüge und Bombenabwürfe fordern Anwohner des BOMBODROMs vom Oberkommando der Westgruppe der russischen Streitkräfte ein Ende der Militärübungen.


1992                        
                                            
Mai Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) informiert Landrat Christian Gilde (SPD) über die Absicht der Bundeswehr, das Gelände weiter zu nutzen.

30. Juni Bundesverteidigungsminister Volker Rühe (CDU) informiert über das neue Truppenübungsplatzkonzept und die BOMBODROM-Pläne.

15. August In Schweinrich treffen sich BOMBODROM-Gegner zu einer ersten Demonstration gegen die Bundeswehrpläne.

23. August In einer Gaststätte von Schweinrich gründen 65 Frauen und Männer die Bürgerinitiative "FREIe HEIDe".

November Die Synode der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg votiert gegen eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.


1993
                                                                  
19.Oktober Die Landesregierung von Brandenburg spricht sich gegen eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide aus.


1994
                                                                        
17. Januar Über dem BOMBODROM beginnen die ersten Tornado-Tiefflüge.

27. Januar Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Kommunen Gadow und Schweinrich sowie die evangelische Kirchengemeinde Dorf Zechlin reichen Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Verwaltungsgericht Potsdam ein, um die militärische Weiternutzung des Geländes zu untersagen.

06. August SPD-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping kündigt bei der 22. Protestwanderung der FREIen HEIDe im Falle seiner Wahl ein Ende des BOMBODROMs an.


2000
                                                                    
14. Dezember (Berlin) Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Berlin. Die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide wird nicht grundsätzlich untersagt, das Bundesverteidigungsministerium wird aufgefordert, eine Anhörung der Betroffenen durchzuführen.


2001

21. September Im Rahmen der Anhörung veröffentlicht das BMVg erstmalig das Betriebskonzept für den Luft-/Boden-Schießplatz mit den An-/Ausfluggebieten im Norden (Mecklenburgische Seenplatte) und im Süden des Platzes.  

29. September BUND (MV/MST) fasst den Beschluss, sich aktiv für die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide einzusetzen. Daraus folgen Brief und Unterschriftensammlung an Ministerpräsident Ringstorff, Spendensammlung für BI FREIe HEIDe, Gespräche mit Landtagsabgeordneten und den Landräten Seidel (Müritzkreis) und Schaubs (Mecklenburg-Strelitz)
 
05. November (Schwarz) Mitglieder der Bürgerinitiative FREIe HEIDe Brandenburg informieren über die bekannt gewordenen BOMBODROM-Pläne des Verteidigungsministeriums.

14./15. November (Wittstock/Neuruppin) öffentliche Informationsveranstaltungen der Bundeswehr zu BOMBODROM-Plänen. In Wittstock verlassen Zuhörer unter Protest den Saal, weil die Bundeswehr einen Werbefilm für die Armee zeigt.

21. November (Mirow) Mitglieder der Bürgerinitiative FREIe HEIDe Brandenburg informieren über die bekannt gewordenen BOMBODROM-Pläne des Verteidigungsministeriums

November/Dezember (Mirow) diverse öffentliche Informations- und Diskussionsgespräche, Friedensgebete in der Mirower Johanniterkirche

19. Dezember (Waren/Müritz) Der Kreistag des Landkreises Müritz lehnt in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen den „Bombenabwurf- und Bodenschießübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide“ mit 35 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen ab.
                                                                            


2002
      
01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe
                                                                
30. Januar (Mirow/Mecklenburger Hof) Gründung der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

31. Januar (Berlin/Deutscher Bundestag) Erste Lesung des Gruppenantrages zur zivilen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide im Bundestag.

27. Februar (Schwerin) Die PDS-Landtagsfraktion bringt eine Entschließung zur zivilen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide in den Schweriner Landtag ein.

02.März (Neustrelitz) Sonderkreistag zum Thema „BOMBODROM“ in Neustrelitz.

04. März (Priepert) Die Gemeinde Priepert (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

14. März (Schwerin) Der Landtag lehnt die Entschließung der PDS-Landtagsfraktion vom 27. Februar ab.

31. März (Fretzdorf) Ostermarsch der FREIen HEIDe

30. März (Berlin) Fraktionsübergreifender Beschluss des Landtages M-V gegen die Einrichtung eines Luft-/Boden-Schießplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide.

03. April (Neustrelitz) Kreistag Mecklenburg-Strelitz stimmt Antrag gegen das BOMBODROM zu, weil man die Kyritz-Ruppiner Heide als Standort für einen Luft-/Boden-Schießplatz für „ungeeignet“ hält.

15. April (Wesenberg) Die Stadt Wesenberg (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

24. April (Mirow) Die Stadt Mirow (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

29. April (Lärz) Die Gemeinde Lärz (Landkreis Müritz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

23. Mai (Neustrelitz) Neustrelitzer Stadtvertretung verabschiedet „Erklärung zum Luft-/Bodenschießplatz Kyritz-Ruppiner Heide“, in dem sie das BOMBODROM ablehnt.

26. Juni (Berlin/Deutscher Bundestag) Öffentliche Anhörung im Ausschuss „Angelegenheiten der neuen Länder“ des Deutschen Bundestages. Mit einer Ausnahme lehnen alle Sachverständigen die Pläne des BMVg ab.
 
23. - 25. August (Schweinrich) 10 Jahre Freie Heide - mit der 77. Protestwanderung, Konzerten, einem Pressegespräch mit Bischof Dr. Huber werden in Schweinrich 10 Jahre friedlicher Widerstand gefeiert.

15. September (Buschhof/Zempow)  Demo „Protest ohne Grenze(n)“ (FREIER HIMMEL/FREIe HEIDe)

18. September (Schwarz) Die Gemeinde Schwarz (Landkreis Müritz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

05. Oktober (Schwerin) Die Regierungskoalition in Mecklenburg-Vorpommern verankert im neuen Koalitionsvertrag ihre ablehnende Haltung zum BOMBODROM.

18. November (Krümmel) Der FREIE HIMMEL e.V. legt Beschwerde bei der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union in Brüssel ein.

22. Oktober (Berlin) Die neue „Rot-grüne“ Bundesregierung schreibt im Koalitionsvertrag eine „Überprüfung“ der Bundeswehr-Pläne fest.


2003

01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe
                                                                                              
20. Februar (Mirow/Zühlen) Offener Brief der AG FREIER HIMMEL und der BI FREIe HEIDe an Verteidigungsminister Struck mit der Aufforderung, die von ihm als Herausgeber gezeichneten Forderungen der SPD-Bundestagsfraktion an Minister Rühe von 1992 umzusetzen: „..die Weiternutzung...des Übungsplatzes Wittstock-Neuruppin aufzugeben.“

21. Februar (Rechlin) „Südallianz“ gegründet: Die Stadt Röbel, die Ämter Röbel-Land, Rechlin, Mirow, Wesenberg und einzelne Gemeinden des Amtes Neustrelitz-Land schließen einen Vertrag, um die angestrebten Klagen der Gemeinden Lärz und Rechlin (Müritzkreis) finanziell mitzutragen. Dieser Verbund wird fortan als „Südallianz“ bezeichnet.

10. April (Schwerin) Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern bekräftigt seinen Beschluss vom 30.5.2002 und fordert gemeinsames Handeln mit dem Land Brandenburg    

20. April (Fretzdorf) Ostermarsch der BI FREIe HEIDe

06. Mai (Berlin) Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen lehnt die BOMBODROM-Pläne einstimmig ab.

19. Mai (Berlin) Beschluss des Parteirats von B90/Grüne für eine zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide

22. Mai (Wittstock) Bundesverteidigungsminister Struck trifft in Wittstock mit BOMBODROM-Gegnern und (wenigen) BOMBODROM–Befürwortern zu einer Anhörung zusammen und stellt die Verwaltungsentscheidung über den Truppenübungsplatz für Juli in Aussicht.

22. Mai (Wittstock) Der Regionale Planungsverband wendet sich in einer Petition an Verteidigungsminister Struck. Das BOMBODROM wäre das sichere Aus für den Tourismus.

12. Juni (Brüssel) Die EU lehnt die Beschwerde des FREIEN HIMMELs ab. Begründung: Die Bundeswehr plane lediglich 161 Einsätze pro Jahr.

Juni (Schwerin) Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern beschließt per Kabinettsbeschluss Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland einreichen zu wollen.

30. Juni (Berlin/Reichstag) Unmittelbar vor der erwarteten Verwaltungsentscheidung des Verteidigungsministeriums organisiert der FREIE HIMMEL die Aktion „Oben ohne ist’s am Schönsten, Herr Struck“ vor dem Berliner Reichstag.

03. Juli (Krümmel) Der FREIE HIMMEL e.V. legt Widerspruch gegen die Ablehnung seiner Beschwerde durch die Generaldirektion Umwelt der EU ein. Begründung: Falsche Zahlen. Nicht 161, sondern 1700 Einsätze pro Jahr sind geplant.

09. Juli (Berlin) Bundesverteidigungsminister Struck gibt die erwartete Verwaltungsentscheidung bekannt. Die Bundeswehr soll das BOMBODROM ab Mitte August für ihre Militärübungen nutzen, obwohl sich 21 der 22 am Anhörungsverfahren Beteiligten gegen eine militärische Nutzung der Heide ausgesprochen haben.

19. Juli (Mirow) „Trauermarsch“ anlässlich der am 9. Juli bekannt gegebenen Verwaltungsentscheidung für eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.

24. Juli Der BUND (MV) legt eigene Beschwerde bei der Generaldirektion Umwelt der EU ein.

29. Juli (Brüssel) Die EU akzeptiert den Widerspruch des FREIEN HIMMELs. Die Beschwerde wird erneut geprüft.

30. Juli (Berlin/Potsdam) Rechtsanwälte der Kläger reichen 14 Klagen (Brandenburg + MV) gegen Verwaltungsentscheidung vom 9. Juli beim Verwaltungsgericht Potsdam ein.

06. August (Berlin) Das Bundesministerium für Verteidigung ordnet den sofortigen Vollzug der Verwaltungsentscheidung vom 9. Juli an.

11. August (Berlin/Potsdam) Rechtsanwälte der Kläger reichen beim Verwaltungsgericht Potsdam Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz ein.

14. August (Potsdam) Anhörung im Verwaltungsgericht Potsdam. Eine Entscheidung über eine aufschiebende Wirkung der Klagen kann seitens des Gerichtes auf Grund der Komplexität des Problems nicht sofort getroffen werden. Auf Anraten des Gerichtes verpflichtet sich das Verteidigungsministerium, den Übungsbetrieb nicht vor dem 30. September 2003 aufzunehmen.

10. September (Neustrelitz) Die Stadt Neustrelitz (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

14. September (Buschhof/Zempow) „Protest ohne Grenze(n)“ (FREIER HIMMEL/FREIe HEIDe)

15. September (Neuruppin) Gründung der Unternehmerinitiative ProHeide

18. September Gemeinde Schweinrich gewinnt Eilverfahren in 1. Instanz

23. September Gemeinde Flecken Zechlin gewinnt Eilverfahren in 1. Instanz

24. September Gemeinde Lärz gewinnt Eilverfahren in 1. Instanz

04. Oktober (Bollewick/Müritzkreis), Drachendemo (FREIER HIMMEL)

14. Dezember (Berlin)Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2003 der Internationalen Liga für Menschenrechte an die BI FREIe HEIDe und an die Historikerin Gerit von Leitner im Berliner Haus der Kulturen der Welt.

15. Dezember (Neuruppin) Die neugewählte Stadtverordnetenversammlung Neuruppin verabschiedet bei einer Gegenstimme und mehreren Enthaltungen von CDU-Abgeordneten mehrheitlich einen Antrag für eine friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide. Inhaltlich stellt  sich die Abgeordneten hinter die Ziele der Bürgerinititiative FREIeHEIDe, der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL und der Unternehmerinitiative Pro Heide.

18. Dezember (Neuruppin) Der neugewählte Kreistag von Ostprignitz-Ruppin beschließt mit Dreiviertel-Mehrheit einen Antrag, für die friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide. Des Weiteren fordert der Kreistag von OPR die Landesregierung unter Matthias Platzeck (SPD) und Jörg Schönbohm (CDU) auf, sich endlich für die Interessen der Brandenburger einzusetzen.


2004

01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe

28. Januar Seehotel Ichlim gewinnt Eilverfahren in 1. Instanz

12. Februar Die Putenfarm Gühlen-Glienicke gewinnt Eilverfahren in 1. Instanz

22. März (Potsdam) Das Verwaltungsgericht Potsdam weist die Klagen der an das grenzenden Gemeinden Schweinrich und Flecken Zechlin auf Rückgabe von Wegen durch die Bundesrepublik zurück.

27. März (Neuruppin) Ministerpräsident Platzeck spricht sich auf Großkundgebung der Unternehmerinitiative ProHeide vor 10.000 Teilnehmern in Neuruppin für zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide aus

31. März (Potsdam) Im brandenburgischen Landtag wird ein Beschluss verabschiedet, der einen Bombenabwurfplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide ablehnt und sich für eine touristische Nutzung der Region ausspricht.

11. April (Fretzdorf) Ostermarsch der BI FREIe HEIDe

28. April (Kyritz) Die Kyritzer Stadtverordnetenversammlung verabschiedet mehrheitlich eine Resolution gegen die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.

26. Mai (Berlin) FREIER HIMMEL e.V. übergibt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse rund 19.000 Unterschriften gegen das BOMBODROM.

15. / 16. Juni (Neuruppin/Berlin) Die BI FREIeHEIDe, die Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL und die Unternehmerinitiative ProHeide fahren gemeinsam mit einem Protestdampfer von Neuruppin nach Berlin (89. Protestwanderung). Bei bestem Wetter beschallt das Protestschiff die Ufer von Tegel bis nach Mitte - besonders das Kanzleramt, den Reichstag und die Bundestagsgebäude - mit den Brandenburgischen Konzerten, die von Tieffluglärm unterbrochen werden.

09. August Gemeinde Schweinrich gewinnt Eilverfahren vor OVG (rechtskräftig).

18. August Flecken Zechlin gewinnt Eilverfahren vor OVG (rechtskräftig).
 
18. August (Potsdam) Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kann bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Struck diesen nicht zum sofortigen Aus für das bewegen. Struck sagt Prüfung der Pläne zu, Eilverfahren vor dem OVG entschieden sind.

25. August (Schwerin) Demo vor Staatskanzlei Schwerin, Spontantreffen mit Verteidigungsminister Struck. Struck sagt FREIEM HIMMEL zu, BOMBODROM-Pläne nach Entscheidung der Eilverfahren vor dem OVG zu prüfen.

12. September (Rheinsberg) „Protest ohne Grenze(n)“ (FREIER HIMMEL/FREIe HEIDe)

29. September (Wittstock) Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wittstock fasst mehrheitlich einen Beschluss, der die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide ablehnt. Damit gibt es keine Kommune im Umfeld des geplanten Truppenübungsplatzes, die sich positiv zu den Bundeswehrplänen positioniert.

10. Oktober (Bollewick/Müritzkreis) Drachendemo

15. Dezember (Berlin) „Vom Freien Himmel kommen wir“ - Weihnachtsaktion. Verteidigungsminister Struck bekommt Selbstgestricktes, damit er sich warm anziehen kann, denn mit den nächsten Gerichtsurteilen wird ihm der Wind des Protestes um so kälter entgegenwehen (s. 27.12.2004)

27. Dezember Gemeinde Lärz gewinnt Eilverfahren vor OVG (rechtskräftig)


2005

01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe

28. Januar (Berlin) Winfried Nachtwei (MdB, B 90/Die Grünen) bringt Gruppenantrag für zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide in Deutschen Bundestag ein.

19. Februar (Berlin) Die Berlin Tourismus Marketing (BTM) unterstützt die Bestrebungen für eine friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide, erklärt der Geschäftsführer Hans-Peter Nerger bei einem Treffen mit der Unternehmervereinigung ProHeide.

10. März (Berlin/Deutscher Bundestag) 1. Lesung des Gruppenantrags im Bundestag. Antrag wird in folgende Ausschüsse verwiesen: Verteidigung (federführend); Verkehr, Bau- und Wohnungswesen; Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung; Tourismus.
 
17. März Der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) lehnt in einem Brief an Bundesverteidigungsminister Struck ebenfalls die Wiederinbetriebnahme des Luft-Boden-Schiessplatzes ab.

17. März (Leipzig) Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weist im Rechtsstreit um das Eigentum an Wegen auf dem Gelände des BOMBODROM s ein Revisionsbegehren von Anliegergemeinden zurück. Damit haben die Kommunen ihr Eigentum an den Wegen endgültig verloren.

27. März (Fretzdorf) Ostermarsch BI FREIe HEIDe

05. April  260 Bürgermeister aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die rund 370.000 Bürger vertreten, fordern in einem offenen Brief an den Bundeskanzler die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.

April (Berlin/Deutscher Bundestag) Der Gruppenantrag wird im Ausschuss Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung beraten und befürwortet.

28. April (Berlin) Das Berliner Abgeordnetenhaus stimmt mit großer Mehrheit einem Antrag zur friedlichen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide zu.

01. Mai (Mirow) 4. WasserDemo (FREIER HIMMEL)

01. Juni (Berlin/Deutscher Bundestag) Der Gruppenantrag wird in den Bundestags-Ausschüssen für Verteidigung (federführend), Verkehr/Bau- und Wohnungswesen, Tourismus, zusätzlich in den Ausschüssen für Wirtschaft und Landwirtschaft beraten und abgelehnt.

09. Juni (Berlin) „Pferdedemo“ mit mehr als 80 Pferden und Wagen durchs Berliner Regierungsviertel (ProHeide).

05. Juli (Brüssel) EU-Kommission eröffnet auf Grund der Beschwerden der AG FREIER HIMMEL e.V. und des BUND (MV) ein formelles Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland und fordert eine Stellungnahme der Bundesregierung binnen einer Frist von 2 Monaten.

17. August Offener Brief der SPD-Regionalgeschäftsstelle Mecklenburgische Seenplatte an den SPD-Vorsitzenden Müntefering mit der Bitte, „die überholten Positionen der Bundesregierung zu überdenken“.

04. September (Buschhof/Zempow) „Protest ohne Grenze(n), Ministerpräsident Ringstorff und Clemens Appel (Staatskanzlei Potsdam) nehmen teil. Das Ziel der Demo, den länderübergreifenden Protest zu versinnbildlichen, ist damit auch auf politischer Ebene erreicht.

21. September Seehotel Ichlim gewinnt Eilverfahren vor OVG (rechtskräftig).

01. Oktober (Bollewick/Müritzkreis) Drachendemo (FREIER HIMMEL).

05. Dezember (Berlin) Verleihung des ökumenischen Umweltpreises der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und des Erzbistums Berlin an die BI FREIe HEIDe für ihre langjährige Arbeit.

16. Dezember (Berlin) Das Bundesverteidigungsministerium reicht vor dem Verwaltungsgericht Potsdam fünf Änderungsanträge gegen die rechtskräftig entschiedenen Eilanträge ein mit dem Ziel der sofortigen Inbetriebnahme des BOMBODROMs  – was allerdings erst im Januar bekannt wird.


2006
 
01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe

16. März (Waren/Müritz) Infoveranstaltung mit RA Dr. Rainer Geulen und Winfried Nachtwei (MdB, B 90/Die Grünen)

08. März 06 Die Bundesregierung teilt den Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die (längst überfällige) Stellungnahme an die EU mit und fordert die Landesregierungen ihrerseits zur Stellungnahme binnen 48 Stunden auf. Anders als Brandenburg folgt Mecklenburg-Vorpommern dieser Aufforderung nicht, weil Schwerin die Frist angesichts des bedeutsamen Themas als viel zu knapp einschätzt und reicht die geforderte Stellungnahme im Juni 2006 ein.

16. April (Fretzdorf) Ostermarsch der BI FREIe HEIDe

01. Mai (Mirow) 5. WasserDemo

17. Mai (Potsdam) Nichtöffentliche Anhörung im Verwaltungsgericht Potsdam zu den Änderungsanträgen des Bundesverteidigungsministeriums. Die Bundesregierung lässt den Änderungsantrag zum Urteil Gemeinde Schweinrich fallen.

23. Mai (Potsdam) Das VG Potsdam bestätigt die rechtskräftigen Entscheidungen der Eilverfahren der Putenfarm Gühlen-Glienicke, der Gemeinde Lärz und des Seehotels Ichlim, dem Änderungsantrag zu Flecken Zechlin (Rheinsberg) wird stattgegeben.

06. Juli (Carwitz) In einer persönlichen Begegnung mit Bundespräsident Köhler im Rahmen seines Besuches der Feldberger Seenlandschaft übergibt der FREIE HIMMEL e.V. dem Bundespräsidenten Informationen zum BOMBODROM.

25. August (Waren/Müritz) In einer persönlichen Begegnung mit Bundeskanzlerin Merkel am Rande einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Waren/Müritz übergibt der FREIE HIMMEL e.V. der Kanzlerin Informationen zum BOMBODROM und fordert die Kanzlerin auf, sich direkt in die Entscheidung um die künftige Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide einzuschalten. Die Reaktion der Kanzlerin ist mehr als zurückhaltend, auf die direkte Ansprache des FREIEN HIMMELs e.V. geht sie nicht ein, stattdessen macht sie Jürgen Seidel (CDU) die Zusage, ihm einen Gesprächstermin mit dem Verteidigungsminister zu besorgen. 

02. September (Waren/Müritz) Demo „Müritz-Protest“, es nehmen alle Spitzenkandidaten der Landtagswahl daran teil.

17. September (Schwerin) Landtagswahlen in Meckl.-Vorp. SPD und CDU bilden Große Koalition. Ablehnung des BOMBODROMs wird Bestandteil auch des neuen Koalitionsvertrages.

29. Oktober (Neuruppin) Im Rahmen der 102.Protestwanderung der BI FREIe HEIDe werden in Neuruppin 6 Schilder mit der Aufschrift „Diese Stadt wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ aufgestellt.

07. Dezember (Berlin) Das OVG Berlin-Brandenburg bestätigt die Urteile des VG Potsdam vom 23. Mai: Die Bundesregierung ist mit ihrem Vorhaben, die rechtskräftigen Entscheidungen der Eilverfahren aufzuheben, gescheitert.

Dezember (Potsdam) MP Platzeck schreibt an Bundesverteidigungsminister Jung.


2007

01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe

15. Januar (Berlin) Jung antwortet auf Platzecks Schreiben, kündigt ein neues Lärmgutachten und deutet möglichen Verzicht auf BOMBODROM an: Wenn sich die Unverträglichkeit der Schutzinteressen der Region mit den Plänen der Bundeswehr [in dem erneut einzuholenden Lärmgutachten; Anm.: Freier Himmel e.V.] erweisen würde, wäre über eine Änderung der Nutzungspläne oder über einen Verzicht auf den Luft-/Boden-Schießplatz Wittstock zu befinden.

19. Januar (Schwerin) Gespräch der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V. mit MP Ringstorff. R. bekräftigt ablehnende Haltung der Landesregierung.

Februar (Fürstenberg/Havel) Die Stadtverordneten von Fürstenberg beschließen, in ihrer Stadt Schilder mit der Aufschrift „Diese Gemeinde wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ aufzustellen.

02. Februar (Lärz/Müritzkreis) In Lärz wird im Beisein das erste in Mecklenburg-Vorpommern aufgestellte Schild „Diese Gemeinde wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ enthüllt.

20. Februar (Schwerin) MP Ringstorff weist in einem Schreiben an den Bundesverteidigungsminister die von Jung angesprochene Unverträglichkeit der zivilen und der militärischen Interessen nach.

03. März (Göttingen) Die BI FREIe HEIDe wird mit dem Göttinger Friedenspreis 2007 ausgezeichnet.

27. März (Schwerin) FREIER HIMMEL e.V. führt Gespräch mit Landtagspräsidentin Bretschneider. Die Präsidentin sagt zu, sich mit ihrem Brandenburgischen Kollegen, Gunter Fritsch, darauf zu verständigen, gemeinsam als Parlamentspräsidenten öffentlich für eine zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide zu werben und eine Zusammenarbeit von Ausschüssen beider Landtage anzuregen.

01. Mai (Mirow) 6. Mirower WasserDemo. Die Stadt Mirow stellt Protestschilder auf („Diese Gemeinde wehrt sich...“)

07. Mai (Kuhlmühle) Vororttermin des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages auf dem Gelände des geplanten Bombodroms.
 
10. Mai (Schwerin)Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern erneuert sein Nein zum Bombodrom (Drs.Nr. 5/548)

11. Mai (Brüssel) Die Generaldirektion des EU-Umweltkommissariats teilt mit, dass sie das Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland einstellen will, weil mit dem Übungsbetrieb vorläufig nicht zu rechnen sei und nach Aussage der Bundesregierung die sensiblen Naturgebieten vom Übungsbetrieb kaum betroffen seien.

15. Mai (Potsdam) Anhörung vor dem Verwaltungsgericht Potsdam. Von den 20 anhängigen Klagen wählt das Gericht 3 Verfahren für das Hauptverfahren aus: Gemeinde Lärz, Seehotel Ichlim (beide Mecklenburg-Vorpommern), Putenfarm Gühlen-Glienicke (Brandenburg). Als Tag der Verhandlung in 1. Instanz bestimmt das Gericht den 31. Juli.

27. Juni (Brüssel) Die Europäische Kommission (Generaldirektion Umwelt) lehnt den Einspruch der AG FREIER HIMMEL ab und stellt das Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland ein.

06. Juli bis 28. September (Waren/Müritz) Fotoausstellung „Stille – Kein Bombodrom. Hier nicht und nirgendwo“ in der Hauptgeschäftsstelle der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte in Waren/Müritz (Fotos: Kerstin Zegenhagen, Peetsch)

11. Juli (Potsdam) Auf ihrer Vollversammlung lehnt die IHK Potsdam die Einrichtung des Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide ab.

16. Juli (Rechlin) Neugründung „Südallianz“. 37 Städte und Gemeinden rund um die Müritz schließen sich zusammen, um die Gerichtsverfahren der Gemeinden Lärz und Rechlin finanziell zu unterstützen.

31. Juli (Potsdam) Hauptsacheverfahren vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht (1. Instanz). Die Bundesrepublik Deutschland unterliegt in allen drei Verfahren.

27. August (Berlin) Das Bundesverteidigungsministerium legt gegen die Urteile vom 31. Juli 2007 Berufung ein.

27. August (Neubrandenburg) Auf ihrer Vollversammlung lehnt die IHK Neubrandenburg die Einrichtung des Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide ab.

7. Oktober (Bollewick/Müritzkreis) DrachenDemo. Der Freie Himmel e.V. übergibt der Südallianz einen Spendenscheck in Hohe von 6000€. In Schreiben an Bundeskanzlerin Merkel und Verteidigungsminister Jung fordert die AG FREIER HIMMEL, die Berufung gegen die Urteile vom 31. Juli in Potsdam zurückzuziehen. 

27. Oktober (Bremen) Auf ihrem Bundesparteitag beschließt die SPD mit großer Mehrheit einen Antrag gegen das Bombodrom.

28. Oktober (Flecken Zechlin) 600 Demonstranten nehmen an der 106. Protestwanderung der BI FREIe HEIDe teil.

31. Oktober (Offenbach) Der Kreistag von Offenbach lehnt einen Antrag der Fraktion B90/ Die Grünen ab, in dem der Verzicht des Bombodroms gefordert wird. Hintergrund des Antrags: Der Landkreis Offenbach investierte im Jahr 2000 mehr als 8 Mio€ in Land Fleesensee. Die Grünen weisen in ihrem Antrag darauf hin, dass die Investition des Landkreises durch das drohende Bombodrom gefährdet ist.

06. November (Neuruppin/Waren/Neustrelitz) Die Landräte Christian Gilde (OPR), Kathrin Knuth (MST) und Bettina Paetsch (MÜR) fordern Verteidigungsminister Jung in einem gemeinsamen Schreiben auf, die Pläne für das Bombodrom aufzugeben. Sie begründen ihre Forderung damit, dass die Gerichtsverfahren am 31. Juli 2007 erneut die gravierenden Folgen des geplanten Bombodroms für Mensch, Umwelt und Wirtschaft deutlich gemacht habe und die Verluste durch eine mögliche Garnison in Wittstock nicht kompensierbar sei. Insbesondere die Lärmbelästigung sei durch die Gerichtsverfahren noch deutlicher als bisher zu Tage getreten.

21. November (Berlin) In einem Bericht an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert,
spricht sich der Bundesrechnungshof für einen Verzicht auf das Bombodrom auf.

14. Dezember (Schwerin) Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich zum zweiten Mal in diesem Jahr mit dem Bombodrom und verabschiedet einen von den 4 demokratischen Faktionen eingebrachten Antrag, der vor allem eine enge Zusammenarbeit der Landesparlamente Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs vorsieht (LT-Drs. 5/1056).


2008
01. Januar (Schweinrich) Neujahrswanderung der BI FREIe HEIDe in Schweinrich.

03. Januar (Berlin/Neuruppin/Neustrelitz/Waren) Bundesverteidigungsminister Jung antwortet auf das Schreiben der Landräte vom 6. November 2007. Jung hält an seinen Bombodrom-Plänen fest.



(Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2008)