BOMBODROM UND KREIS-/ UND KOMMUNALPOLITIK –
EINE CHRONOLOGIE SEIT 2001

Mit dem Bekanntwerden der BOMBODROM-Pläne im Herbst 2001 regte sich auch in der Kreis- und Kommunalpolitik Mecklenburgs erster Widerstand, Resolutionen wurden verfasst, Städte und Gemeinden traten dem FREIEN HIMMEL bei, die „Südallianz“ gründete sich und neuerdings werden auch in mecklenburgischen Städten und Gemeinden Schilder aufgestellt, die den Protest gegen das Bombodrom öffentlich machen.
Für die weitere Lektüre sei auf die sehr detailreiche Chronik der BI FREIe HEIDe verwiesen, die u.a. auch zu den Quellen dieser Chronik zählt

Dokumente zur Kreis- und Kommunalpolitik finden Sie unter „Politik“


2001

19. Dezember (Waren/Müritz) Der Kreistag des Landkreises Müritz lehnt in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen den „Bombenabwurf- und Bodenschießübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide“ mit 35 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen ab.


2002

02.März (Neustrelitz) Sonderkreistag zum Thema „BOMBODROM“ in Neustrelitz.

04. März (Priepert) Die Gemeinde Priepert (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

03. April (Neustrelitz) Kreistag Mecklenburg-Strelitz stimmt Antrag gegen das BOMBODROM zu, weil man die Kyritz-Ruppiner Heide als Standort für einen Luft-/Boden-Schießplatz für „ungeeignet“ hält.

15. April (Wesenberg) Die Stadt Wesenberg (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

24. April (Mirow) Die Stadt Mirow (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

29. April (Lärz) Die Gemeinde Lärz (Landkreis Müritz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

23. Mai (Neustrelitz) Neustrelitzer Stadtvertretung verabschiedet „Erklärung zum Luft-/Boden- Schießplatz Kyritz-Ruppiner Heide“, in dem sie das BOMBODROM ablehnt.

18. September (Schwarz) Die Gemeinde Schwarz (Landkreis Müritz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.


2003

21. Februar (Rechlin) „Südallianz“ gegründet: Die Stadt Röbel, die Ämter Röbel-Land, Rechlin, Mirow, Wesenberg und einzelne Gemeinden des Amtes Neustrelitz-Land schließen einen Vertrag, um die angestrebten Klagen der Gemeinden Lärz und Rechlin (Müritzkreis) finanziell mitzutragen. Dieser Verbund wird fortan als „Südallianz“ bezeichnet.

18. Juni (Neustrelitz/Waren) Sonderkreistage in Waren und Neustrelitz. Gemeinsamer Beschluß der Kreistage für eine zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.

10. September (Neustrelitz) Die Stadt Neustrelitz (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) wird Mitglied in der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL e.V.

15. Dezember (Neuruppin)Die neugewählte Stadtverordnetenversammlung Neuruppin verabschiedet bei einer Gegenstimme und mehreren Enthaltungen von CDU-Abgeordneten mehrheitlich einen Antrag für eine friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide. Inhaltlich stellt  sich die Abgeordneten hinter die Ziele der Bürgerinitiative FREIeHEIDe, der Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL und der Unternehmerinitiative Pro Heide.

18. Dezember (Neuruppin) Der neugewählte Kreistag von Ostprignitz-Ruppin beschließt mit Dreiviertel-Mehrheit einen Antrag, für die friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide. Des Weiteren fordert der Kreistag von OPR die Landesregierung unter Matthias Platzeck (SPD) und Jörg Schönbohm (CDU) auf, sich endlich für die Interessen der Brandenburger einzusetzen.


2004

28. April (Kyritz) Die Kyritzer Stadtverordnetenversammlung verabschiedet mehrheitlich eine Resolution gegen die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.

29. September (Wittstock) Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wittstock fasst mehrheitlich einen Beschluss, der die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide ablehnt. Damit gibt es keine Kommune im Umfeld des geplanten Truppenübungsplatzes, die sich positiv zu den Bundeswehrplänen positioniert.

15. April 260 Bürgermeister aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die rund 370.000 Bürger vertreten, fordern in einem offenen Brief an den Bundeskanzler die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.


2006

29. Oktober (Neuruppin) Im Rahmen der 102. Protestwanderung der BI FREIe HEIDe werden in Neuruppin 6 Schilder mit der Aufschrift „Diese Stadt wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ aufgestellt.


2007
Februar (Fürstenberg/Havel) Die Stadtverordneten von Fürstenberg beschließen, in ihrer Stadt Schilder mit der Aufschrift „Diese Gemeinde wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ aufzustellen.

02. Februar (Lärz/Müritzkreis) In Lärz wird im Beisein das erste in Mecklenburg-Vorpommern aufgestellte Schild „Diese Gemeinde wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ enthüllt.

16. Juli (Rechlin) Neugründung „Südallianz“. 37 Städte und Gemeinden rund um die Müritz schließen sich zusammen, um die Gerichtsverfahren der Gemeinden Lärz und Rechlin finanziell zu unterstützen.

06. November (Neuruppin/Waren/Neustrelitz) Die Landräte Christian Gilde (OPR), Kathrin Knuth (MST) und Bettina Paetsch (MÜR) fordern Verteidigungsminister Jung in einem gemeinsamen Schreiben auf, die Pläne für das Bombodrom aufzugeben. Sie begründen ihre Forderung damit, dass die Gerichtsverfahren am 31. Juli 2007 erneut die gravierenden Folgen des geplanten Bombodroms für Mensch, Umwelt und Wirtschaft deutlich gemacht habe und die Verluste durch eine mögliche Garnison in Wittstock nicht kompensierbar sei. Insbesondere die Lärmbelästigung sei durch die Gerichtsverfahren noch deutlicher als bisher zu Tage getreten.


2008
03. Januar (Berlin/Neuruppin/Neustrelitz/Waren) Bundesverteidigungsminister Jung antwortet auf das Schreiben der Landräte vom 6. November 2007. Jung hält an seinen Bombodrom-Plänen fest.


(Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2008)